Saisonauftaktausfahrt mit Bildungshintergrund

26.04.17

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Mittlerweile ist es ja fast schon eine Tradition in der Pleißenburg die Saisonauftaktausfahrt mit dem Besuch einer Bildungsörtlichkeit zu verbinden. So sollte es auch dieses Jahr sein: Wir wählten Buchenwald. Ein dortiger Besuch war zwar als Schüler der größten DDR der Welt Pflichtprogramm, bei manchen allerdings wohl liegt diese Zeit schon ein paar Lenze zurück.

Die Wettergöttlichkeit hatte mit uns ein Einsehen und so blieb uns während Fahrt und Besuch vor Ort der Regen erspart. Das Gelände ist, da nach dem Ende der Nutzung des KZs das Meiste als Baumaterial genutzt wurde, sehr weiträumig und weitestgehend unbebaut. Graue Steinflächen vermitteln dem Besucher die Standorte der ehemaligen Baracken. Einige wenige davon sind wiedererrichtet worden. Dazu das Torhaus mit dem bekannten Spruch „Jedem das Seine“, das Krematorium und das Kammergebäude sind zu sehen und vermitteln einen beklemmenden Eindruck.

Unser Guide erzählt uns über die Geschichte des Konzentrationslagers, welches seit 1937 existierte. Schon früh wurden für „die Volkgemeinschaft gefährliche und unnütze Subjekte“ hier zur Zwangsarbeit weggesperrt. Nach der Reichspogromnacht kamen Juden, im Krieg auch noch Kriegsgefangene hinzu. Krankheit, Hunger, Kälte, ständige Misshandlung, willkürliche Gewalt, harte körperliche Arbeit und der allgegenwärtige Tod – der eigene Verstand kann kaum begreifen, welche perfide Macht die SS-Verwaltung hier, wie andernorts geschaffen und aufrechterhalten hat; alles bis ins kleinste Detail geplant und überwacht – eine Todesmaschinerie.

Allerdings verschweigt uns unser Guide auch nicht, dass das KZ nach 1945 noch bis 1950 von der Sowjetarmee als „Speziallager 2“weitergeführt wurde – 2000 weitere Tode.

Zum Schluss bleiben wir noch an der Gedenktafel am Krematorium stehen. Einige rote Nelken liegen davor. Sie erinnern an Ernst Thälmann, der hier 1944 von den Faschisten kurz nach seiner Ankunft im KZ erschossen wurde. Unser Guide guckt kurz in die Runde und meint, dass er uns wohl nicht zu erzählen bräuchte, wer das gewesen sei. Leider ist das bei den heutigen Schülern anders. Allerdings beteuert er uns, dass der Ort seine Wirkung auch bei jungen Besuchern weiterhin nicht verfehlt.

Wir bedanken uns bei der Gedenkstätte, speziell unserem Guide und möchten hiermit zu Frieden, Freiheit und Menschlichkeit mahnen!